Bad Vilbel Mit dem Baugebiet „Taunusblick" wird sich am Heilsberg viel ändern
Im Georg-Muth-Haus gab es am Donnerstagabend Zoff. Auf der Ordnung des Ortsbeirates Heilsberg stand die Bebauung der sogenannten Ami-Wiese. Rund 50 Anwohner der Carl-Schurz-Siedlung kritisierten in einer Debatte mit dem Gremium die Bauabsichren der Stadt. Auf der etwa acht Hektar großen Fläche am westlichen Ortsrand soll das Neubaugebiet „Taunusblick" entstehen. Das Areal wird zurzeit vor allem von Jugendlichen alsFreizeitgelände genutzt. Dort ist eine Half-Pipe installiert.
Im Fokus der Kritik befand sich weniger die Bebauung als die Verkehrsanbindung. Mit der Siedlung würden Danziger Straße und Carl-Schurz-Straße verbunden und somit zu Durchgangsstraßen, Mit der Ruhe in der Carl-Schurz-Siedlung wäre es dann vorbei, der s* "Anweise bestehende Status einer Spielstraße müsste aufgehoben werden. Die Siedler bekämen dann den Pendlerverkehr aus dem Taunusblick ab und vom hinteren Heilsberg. Dieser wird derzeit über die Friedensstraße und die Straße Am Hang erschlossen. Außerdem würde eine geplante Sporthalle für weitere Autos im Quartier sorgen. In der vorgestrigen Sitzung des Ortsbeirates kam die Überlegung auf, eine Ringstraße westlich um die Carl-Schurz-Siedlung zu legen.
Ein solcher verkehrstechnischer Bypass führte auf Frankfurter Gemarkung. Die Stadtgrenze verläuft unmittelbar am Heilsberg. Ortsvorsteher Klaus-Peter Schulz (CDU) erklärte, auf Anfragen habe es vom großen Nachbarn bisher keine Reaktion gegeben.
Hierfür bleiben noch gut zwei Jahre. So lange wird es voraussichtlich dauern, bis die Pläne für den Taunusblick mit der Ein- bis Zwei-Familienhausbebauung en detail vorliegen, die Träger öffentlicher Belange und die Bürger gehört worden und alle Genehmigungen vorhanden sind. Knackpunkte sind wegen der Hanglage der Kanalbau und die Anbindung an das bestehende Netz sowie die erforderliche Bodenuntersuchung auf natürliches Arsen.
Belastung durch Arsen?
Vor zehn Jahren beschäftigte dieses Thema die Stadtpolitik Auf einem Baugelände in der Carl-Schurz-Siedlung entdeckte man im Bodenaushub das hoch giftige Metall. In Tiefen von drei bis fünf Metern befinden sich laut einem damaligen Gutachten Arsenadern mit einer Belastung von 102 bis 348 Milligramm pro Kilogramm Erde.
Das Kreisgesundheitsamt mahnte Bauwütige ob der Werte zur Vorsicht, Aber auch, weil in den fünfziger Jahren mit der Tier-rassierung des Geländes die untere Schicht nach oben gekehrt wurde. Arsen sei derzeit kein Thema, sagt Schulz, für die Grundstücke bestehe keine Nutzungseinschränkung etwa bei Gemüseanbau. Sollte unter der Ami-Wiese das Gift schlummern, wäre jedoch der Aushub für die Häuser teurer Sondermüll.
Autor: Detlef Sondermann
Quelle: Frankfurter Rundschau, 8. Dezember 2007
Frankfurter Rundschau 8.12.2008